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  • Essen Burgaltendorf, 12. April 2017
SPD-Burgaltendorf mit dem Rad auf den Spuren von Heinrich Kämpchen

SPD-Burgaltendorf mit dem Rad auf den Spuren von Heinrich Kämpchen


SPD Vorstand Burgaltendorf

SPD-Burgaltendorf mit dem Rad auf den Spuren von Heinrich Kämpchen

Mitglieder der SPD-Burgaltendorf haben sich mit Gästen aus Bochum auf eine Radtour durch Burgaltendorf sowie Linden und Dahlhausen begeben. Unter der fachkundigen Leitung von Dieter Bonnekamp vom Heimat- und Burgverein startete die Heinrich-Kämpchen-Tour an der Burgruine. Erster Stopp war die Infotafel am Standort des Geburtshauses in der Burgstraße, in dem Heinrich Kämpchen am 23. Mai 1847 das Licht der Welt erblickte. Sein Vater arbeitete auf der Zeche Altendorf, Schacht Rochusen an der Burgstraße. Als er 6 Jahre alt war, zog die Familie nach Bochum-Linden. Der Vater arbeitete als Steiger, später Obersteiger auf einer Zeche in Höntrop. Heinrich Kämpchen besuchte die Volksschule in Höntrop und wurde nach seiner Schulzeit Bergmann. Die Radtour führte weiter zur Schwimmbrücke Dahlhausen. Hier erläuterte der Vorsitzende der SPD-Burgaltendorf, Ulrich Malburg, die aktuellen Planungen der Stadt Bochum zur Wiederfreigabe der Brücke für Pkw. An der Bergbau-Infotafel am nahe gelegenen ehemaligen Erbstollen Glückssonne berichtete Bonnekamp, dass Kämpchen nach vielen Unglücken auf Zechen in anklagenden Worten - gerne in Gedichtform - auf die Missstände im Sicherheitswesen hingewiesen habe, so auch nach Unglücken auf der Zeche Baaker Mulde. Nach einem anstrengenden Anstieg nach Linden besuchte die Gruppe die Grabstätte von Heinrich Kämpchen auf dem katholischen Friedhof Linden. Heinrich Kämpchen ist am 06. März 1912 im Alter von fast 65 Jahren in Linden gestorben. An seiner Beerdigung sollen nach Zeitungsberichten über 4000 Menschen teilgenommen haben. Die Stadt Bochum und die Industriegewerkschaft Bergbau und Energie haben dem Dichter, Bergarbeiter und Streikführer auf dem Friedhof ein Ehrengrab gewidmet. Weiter radelte die Gruppe am Lindener Markt vorbei, wo sich Heinrich Kämpchen durch Zigarrenverkauf seine kleine Knappschaftsrente aufbesserte, zu seinem letzten Wohnhaus an der Dr.-C.-Otto-Straße 46. Hier hatte er als "Kostgänger" 30 Jahre bei der Familie Küper bis zu seinem Tod gelebt, wie eine am Haus angebrachte Tafel verrät. Er blieb Zeit seines Lebens ledig. Die wöchentliche Veröffentlichung seiner Gedichte in der "Bergarbeiter-Zeitung" trug ebenfalls zu seinem Lebensunterhalt bei. Aus dem Dachzimmer dieses Hauses konnte sich Kämpchen am Blick auf das Ruhrtal und das damalige Altendorf/Ruhr erfreuen. Letzter Besichtungspunkt war die Zeche Hasenwinkel in Oberdahlhausen, auf der Kämpchen von 1863 bis 1889 als Bergmann arbeitete. Er wurde, so erfuhren wir von Bonnekamp, angeblich wegen eines Arbeitsunfalls entlassen. Der wahre Grund war wohl seine Teilnahme am großen Bergarbeiterstreik von 1889. Die Beschäftigten hatten ihn zum Delegierten ins Streikkomitee gewählt. Der Rückweg nach Burgaltendorf führte die Gruppe erneut über die Schwimmbrücke, die für Radfahrer und Fußgänger glücklicherweise nicht gesperrt ist. Mit dem Dank an Dieter Bonnekamp für die sehr unterhaltsame und lehrreiche Tour verabschiedeten sich die Teilnehmer zufrieden.

Ulrich Malburg, Vorsitzender OV SPD Burgaltendorf


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Siehe hierzu den WAZ Bericht vom 13.04.2017